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‍Strandbad ‍Lörick/Paradieshafen

‍26.08.2011


‍Noch ‍eine ‍Zukunftsaussicht: ‍Nach ‍neuester ‍Ankündigung ‍soll ‍von ‍Investoren ‍das ‍Löricker ‍Strandbad ‍überplant ‍und ‍im ‍Bereich ‍der ‍alten ‍Anlage ‍6.000 ‍qm ‍Wellnessbereich ‍geschaffen ‍werden. ‍Mehr ‍ist ‍noch ‍nicht ‍bekannt.

‍Für ‍Eingeweihte ‍heißt ‍der ‍Ort ‍am ‍alten ‍Rheinarm ‍immer ‍noch ‍"Paradieshafen". ‍Hier ‍hat ‍1957 ‍ein ‍bedeutender ‍Wiener ‍Architekt ‍Gebäude ‍für ‍ein ‍Freischwimmbad ‍errichtet. ‍Gebäude, ‍die ‍zum ‍Besten ‍gehören, ‍was ‍die ‍zeitgenössische ‍Architektur ‍zu ‍bieten ‍hatte, ‍sensibel ‍und ‍behutsam ‍in ‍die ‍so ‍typische ‍niederrheinische ‍Landschaft ‍gesetzt.

‍Die ‍Gefahr, ‍die ‍nun ‍erneut ‍lauert, ‍hat ‍einen ‍Vorläufer ‍an ‍gleicher ‍Stelle: ‍Die ‍Technikzentrale ‍neben ‍dem ‍Schwimmbecken ‍wurde ‍später ‍ohne ‍jegliches ‍Einfühlungsvermögen ‍für ‍den ‍Standort ‍angebaut, ‍zwar ‍funktional, ‍aber ‍so ‍billig ‍wie ‍möglich.

‍Die ‍Umbauten ‍durch ‍die ‍Biergärten ‍sind ‍eher ‍geschmacklos ‍aber ‍wenigstens ‍rückbaubar.

‍Heute ‍fällt ‍es ‍schwer, ‍Investoren ‍für ‍sensible, ‍gute ‍Architektur ‍zu ‍gewinnen. ‍Deshalb ‍ist ‍das ‍Ergebnis ‍meist ‍belanglos ‍und ‍im ‍Normalfall ‍raumfressend.

‍Wenn ‍wir ‍nicht ‍aufpassen, ‍wird ‍am ‍Paradieshafen ‍ein ‍schützenswertes ‍Beispiel ‍für ‍Einklang ‍zwischen ‍Landschaft ‍und ‍Architektur ‍vernichtet. ‍Eine ‍Renovierung ‍und ‍Koordinierung ‍neuer ‍Nutzung ‍ist ‍dringend ‍notwendig, ‍eine ‍Wiederbelebung ‍unverzichtbar ‍und ‍längst ‍überfällig ‍aber ‍hier ‍muss ‍die ‍Architektur ‍mit ‍der ‍Landschaft ‍entwickelt ‍werden, ‍ein ‍offener ‍Architektenwettbewerb ‍mit ‍Landschaftsarchitekten ‍ist ‍für ‍uns ‍ein ‍sinnvoller ‍Weg.

‍Die ‍Beispiele ‍habe ‍wohl ‍deutlich ‍gemacht ‍das ‍die ‍Bauaufgaben ‍in ‍den ‍Stadtteilen ‍ohne ‍gewissenhafte ‍Überprüfung ‍nicht ‍zu ‍bewältigen ‍sind. ‍Die ‍Politik ‍ist ‍mit ‍solch ‍sensiblen ‍Aufgaben ‍überfordert.

‍Was ‍wir ‍unter ‍einer ‍zukunftsweisenden ‍Städteplanung ‍verstehen, ‍haben ‍wir ‍schon ‍im ‍Zusammenhang ‍mit ‍der ‍Güterbahnhofsbebauung ‍am ‍Belsenplatz ‍vorgestellt.


‍Was ‍wir ‍uns ‍für ‍den ‍direkten ‍Umgang ‍mit ‍den ‍Projekten ‍wünschen:

‍- ‍Ausführliche ‍Vorstellung ‍der ‍Planung ‍durch ‍die ‍Verwaltung ‍vor ‍Ort.

‍  z. ‍B. ‍Ausstellungen

‍ -Die ‍Einbeziehung ‍der ‍Bürger ‍in ‍eine ‍lebhafte ‍Diskussion ‍über ‍die ‍Projekte

‍ -qualifizierte ‍Architekturkritik ‍in ‍der ‍Presse ‍und ‍Bürgerbefragung

‍ -Die ‍Einsetzung ‍eines ‍Gestaltungsbeirates ‍der ‍aus ‍Fachleuten ‍zusammengesetzt ‍ist ‍und ‍eine ‍Beratungsfunktion ‍wahrnimmt.

‍Das ‍verlorene ‍Paradies??

‍09 ‍Juni ‍2008 ‍MD


‍Warum ‍nur ‍fährt ‍einem ‍der ‍Schreck ‍in ‍die ‍Glieder, ‍wenn ‍man ‍erfährt, ‍dass ‍wieder ‍einmal ‍Investoren ‍die ‍Planung ‍öffentlichen ‍Raumes ‍übernehmen? ‍Nach ‍neuester ‍Ankündigung ‍soll ‍von ‍ihnen ‍das ‍Löricker ‍Strandbad ‍überplant ‍und ‍im ‍Bereich ‍der ‍alten ‍Anlage ‍6.000 ‍qm ‍Wellnessbereich ‍geschaffen ‍werden.


‍Für ‍Eingeweihte ‍heißt ‍der ‍Ort ‍am ‍alten ‍Rheinarm ‍immer ‍noch ‍"Paradieshafen". ‍Hier ‍hat ‍1957 ‍ein ‍bedeutender ‍Wiener ‍Architekt ‍Gebäude ‍für ‍ein ‍Freischwimmbad ‍errichtet. ‍Gebäude, ‍die ‍zum ‍Besten ‍gehören, ‍was ‍die ‍zeitgenössische ‍Architektur ‍zu ‍bieten ‍hatte, ‍sensibel ‍und ‍behutsam ‍in ‍die ‍so ‍typische ‍niederrheinische ‍Landschaft ‍gesetzt.


‍Heute ‍fällt ‍es ‍schwer, ‍Investoren ‍für ‍sensible, ‍gute ‍Architektur ‍zu ‍gewinnen. ‍Deshalb ‍ist ‍das ‍Ergebnis ‍meist ‍belanglos ‍und ‍im ‍Normalfall ‍raumfressend.


‍Die ‍Gefahr, ‍die ‍nun ‍erneut ‍lauert, ‍hat ‍einen ‍Vorläufer ‍an ‍gleicher ‍Stelle: ‍Die ‍Technikzentrale ‍neben ‍dem ‍Schwimmbecken ‍wurde ‍später ‍ohne ‍jegliches ‍Einfühlungsvermögen ‍für ‍den ‍Standort ‍angebaut, ‍zwar ‍funktional, ‍aber ‍so ‍billig ‍wie ‍möglich.


‍Wenn ‍wir ‍nicht ‍aufpassen, ‍wird ‍am ‍Paradieshafen ‍ein ‍schützenswertes ‍Beispiel ‍von ‍Einklang ‍zwischen ‍Landschaft ‍und ‍Architektur ‍nach ‍30 ‍jährigem ‍Siechtum ‍zu ‍Grunde ‍gehen ‍und ‍mit ‍ihm ‍ein ‍phantastisches ‍Erlebnis ‍im ‍"Grünen" ‍um ‍die ‍Ecke.


‍Eine ‍Renovierung ‍und ‍Koordinierung ‍neuer ‍Nutzung ‍ist ‍dringend ‍notwendig, ‍eine ‍Wiederbelebung ‍unverzichtbar. ‍Doch ‍leider ‍ist ‍in ‍Düsseldorf ‍die ‍Politik ‍mit ‍solch ‍sensiblen ‍Aufgaben ‍überfordert ‍und ‍daran ‍nicht ‍interessiert. ‍Seien ‍wir ‍mal ‍gespannt!

‍Strandbad ‍Lörick

‍11. ‍August ‍2005 ‍MD


‍Zwischen ‍dem ‍Rhein ‍und ‍dem ‍Löricker ‍Deich ‍liegt ‍weit ‍auseinander ‍gezogen ‍die ‍Anlage ‍des ‍Löricker ‍Freibades. ‍Die ‍Gebäude ‍entlang ‍des ‍alten ‍Rheinarms ‍lassen ‍vage ‍vermuten ‍was ‍die ‍Ursprüngliche ‍Idee ‍dieser ‍Anlage ‍war.


‍Geschichte: ‍1. ‍Teil

‍1957 ‍wurde ‍beschlossen ‍ein ‍zweites ‍Freibad ‍für ‍Düsseldorf ‍zu ‍bauen. ‍Günstig ‍erschien ‍damals ‍die ‍Ausnutzung ‍des ‍Baggerlochs ‍bei ‍Lörick. ‍Der ‍Architekt ‍Prof.-Dr. ‍Grünberger, ‍bekannt ‍für ‍eine ‍Vielzahl ‍von ‍Freizeitanlagen ‍bekam ‍den ‍Auftrag ‍für ‍die ‍Planung. ‍Das ‍Baggerloch ‍wurdemit ‍Stegen ‍und ‍Balken ‍zum ‍Schwimmbecken ‍umfunktioniert, ‍Umkleideräume ‍Eingang ‍und ‍Serviceräume ‍wurden ‍errichtet.

‍1961 ‍wurde ‍das ‍Bad ‍eröffnet ‍und ‍von ‍der ‍Bevölkerung ‍sehr ‍gut ‍angenommen.


‍Geschichte: ‍2. ‍Teil

‍Kurz ‍nur ‍währte ‍das ‍Glück. ‍Eine ‍hastige ‍Vorplanung ‍hatte ‍übersehen ‍das ‍mit ‍der ‍stark ‍wechselnden ‍Pegelstände ‍und ‍eine ‍wachsende ‍Verschmutzung ‍des ‍Rheins ‍die ‍Wasserqualität ‍nicht ‍mehr ‍zum ‍Schwimmen ‍geeignet ‍war. ‍1965 ‍wurde ‍das ‍Baden ‍verboten. ‍Separate ‍Becken ‍wurden ‍im ‍weiteren ‍verlauf ‍des ‍Geländes ‍geplant, ‍eine ‍Technikzentrale ‍dominiert ‍den ‍neuen ‍Teil. ‍1971 ‍eröffnete ‍der ‍neue ‍Teil ‍des ‍Freibads.


‍Grundlage:

‍Was ‍heute ‍den ‍aufmerksamen ‍Betrachter ‍fasziniert ‍und ‍das ‍Bad ‍wohl ‍zu ‍einem ‍seltenen ‍Exemplar ‍seiner ‍Art ‍macht, ‍ist ‍die ‍Lage.

‍Eingebettet ‍in ‍ein ‍Stück ‍typischer ‍niederrheinischer ‍Landschaft ‍stehen ‍die ‍Gebäude ‍des ‍ersten ‍Bauabschnitts ‍im ‍Hintergrund ‍und ‍reihen ‍sich ‍parallel ‍zum ‍See ‍entlag ‍des ‍Damms. ‍Die ‍organischen ‍Formen ‍der ‍Parklandschaft ‍stehen ‍in ‍spannungsreichem ‍Kontrast ‍zur ‍klaren ‍Linie ‍der ‍Architektur, ‍die ‍nicht ‍nur ‍in ‍der ‍Anordnung ‍sondern ‍auch ‍durch ‍ihre ‍formale ‍Erscheinung ‍die ‍Spannung ‍verstärkt. ‍Klar ‍geschnittene, ‍einfache ‍Kuben ‍der ‍Umkleidekabinen ‍verbunden ‍mit ‍einer ‍durchgehenden ‍Wegüberdachung ‍sprechen ‍die ‍Architektursprache ‍der ‍Zeit. ‍Zwinkern ‍aber ‍auch ‍ein ‍wenig, ‍wenn ‍sie ‍zum ‍Weg ‍hin ‍mit ‍Holzverschalung ‍das ‍Thema ‍einfacher ‍Bootsschuppen ‍vorgaukeln, ‍gekrönt ‍mit ‍flügelartigen ‍Fensteraufbauten ‍oder ‍mit ‍den ‍Treppenabgängen ‍zum ‍Strand ‍hin ‍jeden ‍einzelnen ‍Schritt ‍mit ‍bedacht ‍in ‍die ‍Parkanlage ‍führen. ‍Erlebt ‍man ‍den ‍überdachten ‍Weg ‍so ‍wird ‍man ‍feststellen ‍das ‍die ‍wechselnden ‍Ausblicke, ‍mal ‍vom ‍Rhein ‍weg ‍in ‍die ‍Landschaft ‍mal ‍auf ‍den ‍See ‍bewusst ‍die ‍Landschaft ‍vorführen. ‍Der ‍am ‍Endpunkt ‍des ‍Weges ‍errichtete ‍Turm ‍bildet ‍einen ‍fröhlichen ‍Abschluss, ‍einer ‍kühnen ‍Sandburg ‍ähnlich ‍ist ‍er ‍das ‍abschließende ‍Symbol ‍der ‍Sommerfrische.

‍Sehr ‍viel ‍unspektakulärer ‍zeigen ‍sich ‍die ‍neueren ‍Teile ‍der ‍Anlage ‍von ‍1971. ‍Hier ‍wurde ‍Zweckgebundene ‍Gebäude ‍errichtet ‍die ‍der ‍weiteren ‍Betrachtung ‍wohl ‍kaum ‍wert ‍sind, ‍es ‍sei ‍denn ‍als ‍Beispiel ‍wie ‍schlecht ‍es ‍Lörick ‍treffen ‍könnte. ‍Hätte ‍man ‍damals ‍nicht ‍Respekt ‍vor ‍dem ‍Paradieshafen ‍gehabt ‍und ‍einen ‍sensiblen ‍Entwurf ‍umgesetzt.

‍Aussicht:

‍Das ‍heutige ‍Erscheinungsbild ‍ist ‍erschreckend, ‍der ‍Reiz ‍verschwunden. ‍In ‍seinen ‍Ursprüngen ‍war ‍die ‍Anlage ‍um ‍den ‍ganz ‍See ‍angelegt. ‍Heute ‍wird ‍schrittweise ‍an ‍der ‍Anlage ‍geknabbert.

‍Man ‍kann ‍hinnehmen ‍das ‍ein ‍Seeufer ‍öffentlich ‍zugänglich ‍ist, ‍auch ‍wenn ‍hässlich ‍Zaun ‍und ‍Drahtverschläge ‍den ‍Blick ‍trüben. ‍Das ‍die ‍gebaute ‍Anlage ‍zerlegt ‍wird ‍ist ‍ein ‍besonderer ‍Verlust.

‍Der ‍alte ‍Eingang ‍wurde ‍geschlossen. ‍2 ‍Biergärten ‍versperren ‍das ‍Erlebnis ‍des ‍überdachten ‍Weges. ‍Die ‍alten ‍Umkleidekabinen ‍werden ‍von ‍verschiedenen ‍Vereinen ‍genutzt, ‍sie ‍verwahrlosen ‍und ‍verfallen ‍durch ‍zu ‍wenig ‍Aufmerksamkeit. ‍Hier ‍ist ‍bald ‍ein ‍schmerzlicher ‍Verlust ‍zu ‍verzeichnen.

‍Dabei ‍ist ‍es ‍so ‍einfach ‍und ‍alles ‍ist ‍schon ‍da.

‍Eine ‍Rahmen ‍für ‍eine ‍Freizeitanlage ‍wie ‍man ‍sie ‍nur ‍selten ‍findet. ‍Kanuverein, ‍Schwimmverein, ‍Angler, ‍2 ‍Biergärten ‍....und ‍Freischwimmbad ‍vor ‍grandioser ‍Kulisse. ‍Damals ‍wurden ‍ca. ‍5 ‍Mio. ‍€ ‍verbaut, ‍heute ‍nichts ‍mehr ‍wert?



‍Aktionen:

‍Neustrukturierung ‍der ‍Anlage ‍ist ‍der ‍wesentliche ‍Schritt ‍um ‍die ‍Chancen ‍zu ‍nutzen ‍und ‍den ‍Charakter ‍wieder ‍zu ‍erreichen. ‍Renovierung ‍der ‍Gebäude ‍ist ‍der ‍Zweite.