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Bebauung hinter dem alten Bahnhof am Belsenplatz

31 Mai 2022


Am 18.5.2022 genehmigte die Bezirksvertretung 4 in ihrer Sitzung unter Tagesordnungspunkt 38 die, von einem privaten Investor, geplante Bebauung des Areals hinter dem alten Bahnhof am Belsenplatz.

In der folgenden Darstellung haben wir einmal die geplanten Baumassen dargestellt:

Die geplante Nutzung sieht neben Gewerbe im Erdgeschoss in den oberen Geschossen auch luxuriöses Wohnen vor und überschreitet das gemäß Bebauungsplan ( gekürzt: B-Plan ) vorgesehene Baufenster und die zulässige Massen dabei deutlich.


Die Planung missachtet in mehreren Punkten die mit gutem Grund aufgestellten Vorgaben des B-Plans und die Interessen der Anlieger*innen.

Wir haben deshalb erhebliche Bedenken gegen die Planung, und die Entscheidung der Bezirksvertretung ist uns aus folgenden Gründen nicht nachvollziehbar:

1. Im Bebauungsplan (Nr. 5178/044 vom 2.8.2010) ist eine maximal 2-geschossige Bebauung gefordert. Die geplante Bebauung weist hingegen 3-4 Vollgeschosse auf und konkurriert damit mit dem Baudenkmal Alter Bahnhof Oberkassel

2. Im Bereich des Biergartens wurde im B-Plan eine Bebauung ausgeschlossen. Die geplante Bebauung überschreitet das vorgesehene Baufenster hingegen um über 12m in Richtung des Biergartens, so dass der Neubau sehr nah an den Alten Bahnhof mit Biergarten heranrückt.


Beide, beim vorliegenden Entwurf ignorierte Vorgaben sind jedoch richtig und wichtig. Der Alte Bahnhof sollte als Solitär wahrnehmbar sein, um die frühere Kopfbahnhof-Situation im städtebaulichen Kontext auch weiterhin verstehen zu können. Mit der Lücke zur neuen Bebauung wurde im B-Plan bewusst ein Abstand geplant, um einen Konflikt zwischen der Wohnbebauung und dem Betrieb eines Biergartens der Gastronomie  zu vermeiden. Die Schlafzimmer und Balkon in den Obergeschossen der Luxuswohnungen würde hingegen gemäß der neuen Planung unmittelbar an den Biergarten angrenzen.

Diese wesentlichen Festlegungen des B-Planes  werden bei der vorliegenden Planung radikal ignoriert und mit den Befreiungen legitimiert. 


Die Gebäudemasse übersteigt zudem um mehr als 150% die im B-Plan geforderten Grenzwerte. 

Warum die Bezirksvertretung den beantragten Befreiungen für dieses Bebauung mehrheitlich zustimmte ist uns nicht nachvollziehbar.

Es erscheint uns u.a. für den weiteren Betrieb der alteingesessenen Gastronomie des Alten Bahnhofs ausgesprochen problematisch. Diese Entscheidung sollte daher noch einmal kritisch hinterfragt und korrigiert werden!

Eine Wohnnutzung an diesem Ort ist ein großer Fehler. 


Neben der Befreiung vom B-Plan gibt es natürlich noch ein paar andere Themen bei der Planung, die wir sehr kritisch sehen. 

Da wäre einerseits der seltsame Zuckerbäckerstil der wieder unsere Forderung nach einem Gestaltungsbeirat mehr als gerechtfertigt erscheinen lässt. 

Andererseits stellen sich natürlich auch Fragen nach dem Öffentlichen Raum und der Verantwortung der Beteiligten. Dieses Objekt im Kern Oberkassels ignoriert komplett sein Umfeld, es gibt keine Reaktionen auf den öffentlichen Raum. Privatgärten zum Greifweg wirken eher skurril.

Das weist auch auf grundsätzliche Probleme der Stadtplanung in Düsseldorf hin, die offensichtlich sehr von privaten, kleinteiligen Interessen geprägt ist und nicht von den Interessen einer Stadtgesellschaft.

Im Übrigen hat die Stadt Düsselorf ein Vorkaufsrecht für das Areal Belsenpark. 


Weitere Informationen: Rheinische Post