Facebook

‍Kreisverkehr ‍an ‍Jugendherberge

‍19 ‍September ‍2007 ‍17:06

‍Plädoyer ‍für ‍einen ‍Kreisverkehr ‍als ‍Verknüpfung ‍der ‍Kniebrücke ‍mit ‍Oberkassel


‍Immer ‍dieselbe ‍Erfahrung ‍mit ‍unbarmherzig ‍und ‍dumm ‍mit ‍uns ‍umspringenden ‍Verkehrsampeln, ‍deren ‍Sturheit ‍reizt, ‍sie ‍auszureizen ‍bis ‍zum ‍dunkelsten ‍Grün ‍oder ‍gar ‍zur ‍Übertretung, ‍wenn ‍keiner ‍hinsieht.

‍Kreisverkehr ‍bremst ‍zwar, ‍aber ‍hält ‍nicht ‍unnötig ‍auf. ‍Kreisverkehr ‍kann ‍man ‍nicht ‍übersehen, ‍auch ‍nicht ‍betrunken ‍oder ‍farbenblind. ‍Kreisverkehr ‍beendet ‍Schnellverkehr ‍und ‍Vorfahrtrechte. ‍Kreisverkehr ‍reduziert ‍die ‍dem ‍Fahrer ‍abverlangten ‍Entscheidungen: ‍Vorfahrt ‍im ‍Kreis ‍- ‍und ‍vor ‍Herausfahren ‍Blinken. ‍Kreisverkehre ‍sind ‍leistungsfähig ‍und ‍anpassbar. ‍Kreisverkehr ‍hängt ‍keine ‍Fahrtrichtung ‍ab, ‍er ‍erlaubt ‍aus ‍allen ‍in ‍alle ‍Richtungen ‍zu ‍fahren. ‍Kreisverkehr ‍bezahlt ‍sich ‍selbst ‍durch ‍niedrige ‍Folgekosten. ‍Im ‍Prinzip ‍genügt ‍zur ‍Kennzeichnung ‍das ‍blaue ‍Verkehrsschild. ‍Es ‍gibt ‍jedoch ‍auch ‍Ampelsteuerungen, ‍die ‍den ‍Verkehr ‍jeweils ‍im ‍Pulk ‍hinein ‍lassen, ‍um ‍sich ‍dann ‍in ‍alle ‍Richtungen ‍zu ‍verteilen. ‍Oder ‍die ‍verkehrsabhängig ‍z.B. ‍Fußgänger ‍und ‍Busse ‍bevorzugen. ‍Leistungsfähige ‍Kreisverkehre ‍machen ‍uns ‍die ‍Holländer ‍vor. ‍Aachen ‍empfängt ‍seine ‍Besucher ‍mit ‍einem ‍Kreisverkehr, ‍dem ‍Europaplatz. ‍Und ‍dies ‍leitet ‍über ‍zum ‍zweiten ‍Thema:

‍Ein ‍„Europaplatz" ‍als ‍Entree ‍nach ‍Oberkassel. ‍Ein ‍Kreisel ‍bietet ‍sich ‍für ‍eine ‍repräsentative ‍Gestaltung ‍an. ‍In ‍einem ‍Kreisel ‍stehen ‍Wegzeichen, ‍Denkmäler, ‍Brunnen ‍als ‍Wahrzeichen ‍im ‍Mittelpunkt. ‍Der ‍Mittelpunkt ‍signalisiert ‍schon ‍von ‍ferne, ‍dass ‍man ‍eine ‍gute ‍Stube ‍betritt ‍und ‍nicht ‍einfach ‍durchrauschen ‍kann. ‍Die ‍Jugendherberge ‍selber ‍bietet ‍leider ‍kein ‍architektonisches ‍Highlight. ‍Positiv ‍erlebbar ‍bleiben ‍nur ‍die ‍bunten ‍Giebel ‍der ‍Häuser ‍Düsseldorfer ‍Straße..


‍Unser ‍Entwurf ‍wählt ‍einen ‍großenteils ‍zweispurigen ‍Kreisverkehr ‍mit ‍etwa ‍45 ‍m ‍innerem ‍Durchmesser ‍und ‍differenzierter ‍Behandlung ‍einzelner ‍Fahrbeziehungen. ‍Durch ‍Vorsortieren ‍auf ‍Spuren ‍kann ‍man ‍wichtige ‍abbiegende ‍Verkehre ‍- ‍von ‍der ‍Brücke ‍in ‍den ‍Kaiser-Wilhelm-Ring ‍und ‍aus ‍der ‍Düsseldorfer ‍Straße ‍auf ‍die ‍Kniebrücke ‍- ‍praktisch ‍an ‍dem ‍Verkehr ‍im ‍Kreis ‍vorbei ‍leiten. ‍Zusätzlich ‍können ‍Fahrzeuge ‍aus ‍Kaiser-Wilhelm-Ring ‍in ‍Düsseldorfer ‍Str. ‍und ‍von ‍Jugendherberge ‍zu ‍Kniebrücke ‍am ‍Kreis ‍vorbei ‍eine ‍eigene ‍Spur ‍nutzen. ‍Auf ‍diese ‍Weise ‍verbleiben ‍nur ‍gering ‍Fahrzeugströme ‍wartepflichtig ‍vor ‍dem ‍kreisenden ‍Verkehr. ‍Die ‍wenigen ‍„Verschleifungsstrecken", ‍an ‍denen ‍der ‍Autofahrer ‍die ‍Spur ‍wechseln ‍muss, ‍sind ‍kurz, ‍doch ‍daran ‍haben ‍wir ‍uns ‍an ‍Autobahnkreuzen ‍bei ‍viel ‍höheren ‍Geschwindigkeiten ‍gewöhnt ‍und ‍es ‍funktioniert. ‍Beobachten ‍Sie ‍einmal ‍an ‍dieser ‍Stelle ‍den ‍Berufsverkehr ‍und ‍Sie ‍sehen, ‍dass ‍Kreisverkehr ‍mit ‍den ‍stoßweise ‍einfallenden ‍Fahrzeugströmen ‍viel ‍besser ‍fertig ‍würde, ‍als ‍die ‍derzeitige ‍Ampelsteuerung. ‍Es ‍gäbe ‍weniger ‍Zwangshalt, ‍weniger ‍Stress. ‍Fußgänger ‍und ‍Radfahrer ‍tangieren ‍diesen ‍Kreis ‍nur ‍und ‍das ‍selten. ‍Sie ‍sind ‍daher ‍leicht ‍zu ‍integrieren, ‍müssen ‍aber ‍deutlichen ‍Schutz ‍erfahren. ‍Auch ‍hier ‍hilft ‍das ‍Instrument ‍Kreisverkehr, ‍weil ‍es ‍nicht ‍auf ‍Vorrechten, ‍sondern ‍auf ‍Verständigung ‍unter ‍den ‍Verkehrsteilnehmern ‍aufbaut.